Veranstaltung zum Thema Energie gut besucht

Rund 80 Teilnehmer trafen sich am 01.12.2011 auf Schloss Waldeck zu spannenden Vorträgen und einer interessanten Podiumsdiskussion mit zahlreichen Größen aus der Energiewirtschaft.

Peter OttoEingeleitet wurde der Abend durch zwei Vorträge von Mitgliedern des werte[netzwerks]. Herr Peter Otto Herr Peter Otto stellte in seinem Vortrag das Buch "Der energetische Imperativ" von Hermann Scheer vor. Dessen Thesen zeigen deutlich die Möglichkeiten auf, dass ein recht kurzfristiger kompletter Umstieg auf erneuerbare Energieformen durchführbar ist. Lediglich der Wille der Politik und die Bereitschaft der Bürger müsse uneingeschränkt vorhanden sein. Dann könne auch das notwendige Kapital für die Investitionen aufgebracht werden.

Andreas KimmIm zweiten Vortrag des Abends stellte Herr Andreas Kimm das Buch "Das grüne Paradoxon" von Hans-Werner Sinn vor. Herr Sinn betrachtet die Energiewende rein vom Standpunkt des Ökonoms. Die zitierten Aussagen verursachten bei den Zuhörern recht häufig einen Aufschrei oder führten zu dem ein oder anderen höhnischen Gelächter. Herr Kimm beteuerte schmunzelnd, dass er nur aus dem Buch zitiere und nicht seine Meinung darstelle.

Nach einem kleinen Imbiss mit zahlreichen Diskussionen fand abschließend eine Podiumsdiskussion unter der Leitung von Frau Britta Aufermann mit folgenden Teilnehmern statt:

  • Lars Kirchner (Geschäftsführender Gesellschafter der Kirchner Solar Group GmbH)
  • Stefan Schaller (Geschäftsführer der Energie Waldeck-Frankenberg GmbH)
  • Dr. Mark Junge (Geschäftsführender Gesellschafter der Limón GmbH)
  • Thomas Krause (Vorstandsvorsitzender der SEEGER ENGINEERING AG)
  • Peter Henniges (Mitarbeiter der SMA Solar Technology AG und Leiter des Hessen SolarCup-Projektes der Universität Kassel)
  • Ralf Meyer (Leiter Unternehmensentwicklung bei der E.ON Mitte AG).

DiskussionsteilnehmerAlle Diskussionsteilnehmer waren sich trotz ihrer unterschiedlichen Sichtweisen und Interessen darüber einig, dass die Wahrheit in der Energiediskussion wie so oft irgendwo in der Mitte läge. Die beiden vorgestellten Buchautoren definieren dabei mit ihren Aussagen die äußeren „Leitplanken“, denen man sich mit seinen eigenen Überzeugungen sowohl in die eine als auch in die andere Richtung annähere. Klar war allen Teilnehmern, dass ein weiterer Ausbau erneuerbarer Energien hin zu einer dezentraleren Versorgung vorangetrieben werden müsse. Jedoch sollten dabei die handelnden Personen aus Politik, Medien und Wirtschaft ehrlicher mit dem Thema umgehen und auch unangenehme Wahrheiten nicht verheimlichen. Bereits heute auftretende Schwankungen in den Stromnetzen seien ein weiterer Indikator dafür, dass nicht nur der Ausbau erneuerbarer Energien allein die Lösung sein könne. Regional erzeugter Strom müsse möglichst auch in der Region verbraucht und ggf. gespeichert werden. Dies seien die zu meisternden Herausforderungen.

ForumBesonders Herr Dr. Junge, der mit seinem Unternehmen im Bereich der Energieeffizienz berät und Lösungen erarbeitet, machte deutlich, dass bei der Diskussion um eine Energiewende die Energieeinsparung noch eine untergeordnete Rolle spiele. Alle Diskussionsteilnehmer und die Zuhörer waren sich darüber einig, dass hier noch ein fast unangetastetes und unbeachtetes Potential in einer Verbesserung des Energieverbrauchs liegt. Zu beachten sei dabei insbesondere, dass Energieeinsparung und -effizienz nicht mit einem Verlust an Lebensqualität einhergehen müsse. Vielmehr biete die bereits heute verfügbare Technik bei geringerem Stromverbrauch in der Regel sogar qualitativ hochwertigere Ergebnisse. Die Frage, die sich hierbei jeder für sich stellen müsse, ist: Bin ich bereit, hierfür auch mehr zu bezahlen?

Insgesamt endete trotz der fortgeschrittenen Stunde ein sehr interessanter und informativer Abend eigentlich viel zu früh. Einige Fragen blieben offen. Jedoch nahm jeder für sich mit, dass man selbst etwas im Kleinen oder Großen bewirken kann. Ein Umdenken und die Energiewende wird nicht von wenigen handelnden Personen sondern durch die Bürger selbst vorangetrieben. Jeder kann und muss dazu beitragen!