Bericht zur Veranstaltung: Nachfolgeregelung im Unternehmen - zwischen Gefühl und Geschäft

Hierzu hat das werte[netzwerk] am Donnerstag, 16.10.2014 in das Hotel Reiss in Kassel eingeladen, wo sich zahlreiche Gäste und Mitglieder des werte[netzwerks] getroffen haben.

Hintergrund der Thematik war, was hat Nachfolgeregelung  mit Werten zu tun, wo finden wir Werte und wie werden Werte im Unternehmen gelebt? Zunächst wurden zwei Vorträge gehalten und anschließend fand eine interessante Podiumsdiskussion statt.

Starke + ReichertErfahrungsbericht

Der erste Vortrag von Alexander Starke und Dr. Felix Reichert von der Fa. Starke + Reichert GmbH & Co.KG beinhaltete einen Erfahrungsbericht. Beide Referenten haben zu gleichen Teilen das ehemalige Unternehmen Bernhard Starke GmbH übernommen und sind mit einer neuen Namensgebung gestartet.

Sowohl Alexander Starke als auch Dr. Felix Reichert haben uns hinter die Kulissen schauen lassen und davon berichtet, was alles so in einem Familienbetrieb passiert, wenn die Senioren an die Junioren ihren Betrieb übergeben. Sie erzählten vom Loslassen der beiden Väter, welche Reaktionen von den Mitarbeitern kamen und aber auch, wie beide sich strategisch auf die Übernahme vorbereitet haben.

BringmannStolpersteine bei der Nachfolge

Anschließend wurde im Vortrag von Herrn Jörg Bringmann von der DWAZ Wirtschaftskanzlei GbR über die Stolpersteine aus Sicht der wirtschaftlichen Seite berichtet. Was passiert, wenn  bei der Nachfolgeregelung mehrere Familienmitglieder im Unternehmen sind? Wie ist die Verteilung von Geschäftsanteilen? Wie sollten Verträge aufgebaut werden, sodass es für alle Beteiligten transparent und gerecht ist?

Zusammenfassend hat Herr Bringmann fünf wichtige Themen dargestellt, die unbedingt bei einer Nachfolgeregelung zu beachten sind.

PodiumBeratung ist wichtig

In der anschließenden Podiumsdiskussion waren Herr Carsten Heustock von der IHK Kassel-Marburg vertreten, der Ansprechpartner bei der IHK ist, wenn es um das Thema Nachfolgereglung geht. Herr Heustock berichtete über das naheliegende Interesse der IHK, dass Unternehmennachfolgen erfolgreich umgesetzt werden müssen, um weiterhin den Wirtschaftsfaktor im Kreis Kassel zu stärken. Auch hat er auf weitere Standorte der IHK Kassel-Marburg hingewiesen, an die sich Interessenten wenden können.  Ebenso hat Herr Heustock  Konfliktsituationen bestätigen können, die ihm in seiner täglichen Beratungspraxis zugetragen  werden und empfiehlt entsprechende Kontakte, damit die familiären Auseinandersetzungen zunächst geklärt werden.

PodiumWeiter im Podium waren Alexander Starke und Dr. Felix Reichert vertreten, die über die Entscheidungsphase und Findung im Bezug auf die Familie berichteten.

Frau Ute Göpel, Bildungsreferentin und Beraterin für Familie und Betrieb  von der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck berichtete über ländliche, kleinere Unternehmen im Hinblick auf den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Wie wird gerade in kleinen Betrieben, wenn es nicht „rund“ läuft und die Familien auch noch zusammen wohnen, bei der Umsetzung auch mit unterschiedlichen Werten umgegangen?

PodiumHerr Jörg Bringmann, Wirtschaftsprüfer und Frau Gisa Voßeler-König von der DWAZ wurden über das Thema der Branchenvielfalt befragt. Gibt es branchenspezifisch bestimmte Erfahrungswerte bei der Übernahme von Betrieben? Wo sind besondere Schwierigkeiten? Wie geht man mit Mentalitäten der einzelnen Parteien um? Beide die Empfehlung ausgesprochen, dass bei einer familiären Veränderung immer die Lebenspartner bzw. Ehepartner mit "ins Boot" geholt werden sollten, damit alle auf dem gleichen Wissensstand sind.

Fazit

Fazit der Veranstaltung war, dass im Vordergrund die Kommunikation stehen sollte. Das Miteinander ist ein ganz wesentlicher Inhalt, damit alle sich gegenseitig klar darüber sind, welche Vorstellungen von Seiten der Übergeber und der Nachfolger erwartet werden. Ebenso spielen eine wesentliche Rolle das Vertrauen des Nachfolgers und das Loslassen des Übergebenden.

Die Veranstaltung und die Podiumsdiskussion wurden vom werte[netzwerk]-Mitglied Astrid Mangold geleitet, die sich selbst in ihrer täglichen Arbeit in Unternehmen mit diesem Thema befasst.