Dem Tod auf der Spur

Werte zu leben bedeutet unter anderem auch die Auseinandersetzung mit dem Prozess des Sterbens. In unserer Kultur wird gerne vergessen, dass das Leben endlich ist. Der Tod folgt jedoch unausweichlich. Um dies stärker ins Bewusstsein zu rücken, traf sich eine kleine Gruppe von Mitgliedern am 18. April zu einer exklusiven Führung im Sepulkralmuseum für Bestattungskultur.

SepulkralmuseumEin begeisterter junger Mann nahm uns in Empfang und beschrieb uns anhand von künstlerischen Exponaten wie Skulpturen und Bildern, wieviel selbstverständlicher der Tod früher im Bewusstsein der Menschen verankert war. Er gehörte zum Alltag. Heute hingegen wird dieses leidliche Thema gerne verdrängt.

Wer kann noch im Kreise der Familie sterben? Dieser Luxus bleibt nur wenigen Menschen vorbehalten. Eine Fotoserie offenbarte, welche Anmut der Tod haben kann, wenn die Liebsten den langsamen Abschied vom Leben liebevoll begleiten und in der letzten Stunde die Hand halten können.

Im Verlauf der Führung wurden uns verschiedene Särge, Trauerschmuck und Gebinde präsentiert, die die Vielfalt der Trauerkultur aufzeigten. Ein gelungenes Beispiel der Integration des Themas Tod in den Alltag stellte ein Regalexponat dar, dass als Sarg umgebaut werden kann. Im Obergeschoss des Museums konnten wir Einblicke in die südamerikanische, afrikanische, moslemische und hinduistische Bestattungskultur erhalten.

Den krönenden Abschluss des Abends lieferte ein vorzügliches Menü im Restaurant Humboldt 1a, bei dem wir uns den sinnlichen Gaumenfreuden hingeben konnten. Im Bewusstsein für die Schönheit des Lebens ließen wir den Abend ausklingen.